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21

Okt

2017

Frisst der Tenniszirkus seine Kinder?

Die Absage von Rafael Nadal wegen Knieverletzung komme ihm etwas spanisch vor, witzelte Swiss-Indoors-Präsident Roger Brennwald im Talk mit «Tele Basel». Der routinierte Promoter trägt die beispiellose Verletzungswelle mit Fassung, die das Männertennis in diesen Monaten heimsucht. Sechs etatmässige Top-Ten-Stars sind derzeit verletzt oder haben die Saison abgebrochen. Es sind dies Novak Djokovic, Kei Nishikori, Stan Wawrinka (Foto, auf dem Rücken am Boden liegend), Tomas Berdych, Milos Raonic und Andy Murray. Ironie der Geschichte: Nadal und Roger Federer, im Vorjahr die grossen Pechvögel, zeigten heuer nach einer Pause und hartem Aufbauprogramm wieder Champagner-Tennis.
     Im TV-Talk argumentierte Brennwald, die Zahl von 64 Events heute in der ATP World Tour liege an der oberen Grenze. Dazu kommen dann noch die vier Majors mit acht Wochen und der Davis-Cup. Aber Insider wissen: Wenn der Kalender der offiziellen Turnierkette gekürzt wird, spriessen die Exhibitions wie frische Champignons aus dem Boden. Das aktuelle Malheur kennt auch andere Ursachen: Erstmals seit Jahren sind die Top Four im Ranking alle über 30 Jahre alt. Bei diesen Titanen ist das Verletzungsrisiko logischerweise höher. Und gestiegen ist auch das Tempo am Court. Auffallend die Blessuren an oberen Extremitäten. Grund: die Beschleunigung des Balles kommt aus der Kette Rumpf, Schulter, Arm, Handgelenk, Hand und Schläger. Da wirken enorme Kräfte, kein Vergleich mit den früheren Schlägern aus Erdbeerholz.
    Eine Prognose ist leicht: Heuer wird einer der «Alten», entweder Nadal oder Basel-Favorit Federer, die Saison im Ranking als Nummer 1 beenden.

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