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28

Okt

2017

Federer aus einem Guss - wie eine Weltnummer 1

Kein Autor hätte das Drehbuch treffender, pointierter schreiben können. Es entwickelte sich am Center Court ein eigentliches Musical, das die Hauptrolle nur für einen Artisten vorsah: Roger Federer (Foto) packte vor dem Heimpublikum im wichtigen wie richtigen Moment sein bestes Tennis aus, zum Leidweisen des Belgiers David Goffin, für den auf dem Weg zum 1:6, 2:6 die Rolle des Komparsen übrigblieb. Federer trifft im Endspiel (15.00 Uhr) auf Juan-Martin Del Potro. Im Head to Head steht es 17:6 für den Schweizer.

Es war, als hätte Federer sein in Melbourne oder in Wimbledon gezeigtes Leistungsvolumen auf einen Camion verladen und nach Basel transportiert. Er regelte den Ballverkehr auf dem Center Court souverän, konstant und ungefährdet. «Ich spielte wie aus einem Guss, verfügte in vielen Fällen über mehrere Optionen», umriss der Maestro die Lage. Der arme Belgier, eher der Künstler als ein Wuchtbrummer, konnte die Pace des Gegners weder verzögern, geschweige denn unterbrechen. Goffin hielt es mit Helene Fischer. Er war an diesem Tennis-Werktag atemlos.

In seinem nunmehr 13. Endspiel zu Hause peilt der frühere Ballboy der Swiss Indoors seinen achten Titel an, eine Bestmarke, die er heuer in Wimbledon erreichte. In einem kompetitiven Weltsport wie Tennis sind dies beeindruckende Zahlen. Natürlich ist Federer keine Maschine, aber im Alter von gut 36 Jahren läuft sein Tennis immer noch auf allen Zylindern. Auf eine Interview-Frage stimmte der Star zu, er habe sein Tennis in den letzten Jahren weiterentwickelt, verbessert. Federer trocken: «Ich hasse den Leerlauf.»

Beachtlich ist auch Federers Stabilität im eigenen Land, in der eigenen Stadt die hohen Erwartungen der Öffentlichkeit zu neutralisieren, zu erfüllen. Diese Woche sei für seinen Kollegen «une semaine, qui bouffe» hatte Altmeister Marc Rosset vermerkt. Er wollte damit ausdrücken, dass diese eine Woche fordernd, zehrend sei, dem Star viel Energie abverlange. Der beste Techniker spielte alle Belastungen weg vom Tisch. Er trat im Halbfinal wie die neue Weltnummer 1 auf.  Affaire à suivre 2018.

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